Ein Artikel aus dem Tagesspiegel / PNN von Peter Könnicke, 21.10.2020 / Foto: René Hartmann

Basketballer Robyn Missa wollte NBA-Star werden. Gelandet ist er bei den Red Hawks Potsdam – genau wie Laszlo Cavalar.

Potsdam – Robyn Missa war auf bestem Weg. Die Richtung stimmte, von Spandau über Charlottenburg bei Alba Berlin nach Amerika, über Florida nach Nevada und schließlich nach New York. Als Jugendlicher spielte der Basketballer an den besten High-School- und Collegeteams der USA. Einstige Mitspieler wie D’Angelo Russel oder Ben Simmons sind heute schwer verdienende NBA-Stars. Das war sein Ziel. „Ich wollte in die NBA. Das war real, das war greifbar“, sagt Robyn Missa. 

Statt in großen NBA-Arenen sitzt der inzwischen 25-Jährige in einer Schulsporthalle in der Gagarinstraße am Stern, einem Plattenbauviertel im Potsdamer Süden. Die Halle ist ein Schmuckstück mit ein paar hundert Zuschauerplätzen, vor gut einem Jahr eröffnet, sodass sich der Trainingsschweiß noch unter den frischen Geruch von Beton und Holz mischt. Es ist genau der richtige Ort, an dem sich Missa vorstellen kann, noch einmal Basketball zu spielen. 

Knorpelschaden im Knie und vier Operationen

Nach einem Knorpelschaden im Knie und vier Operationen musste er seinen Traum von der NBA-Karriere beerdigen, vom Profisport hatte er sich komplett verabschiedet. Nun wird die Potsdamer Gagarinstraße zur Rampe für seinen Comebackversuch, in einem Klub, mit dem er im Gleichschritt den Neuanfang macht: den Red Hawks.

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Der Potsdamer Basketballverein hat sich im vergangenen Jahr gegründet, gewann auf Anhieb die brandenburgische Landesmeisterschaft und spielt nun in der 1. Regionalliga Ost. Die Ambitionen sind hoch. Die Red Hawks wollen in die 2. Bundesliga Pro B. „Wenn man einen neuen Basketballverein erfolgreich aufbauen will, dann in Potsdam“, sagt Robert Schünemann, der sich bei den Red Hawks ums Marketing, Sponsoring und Social Media kümmert. „Basketball ist eine Sportart, die begeistert, die für Entertainment sorgt, die zum Potsdamer Lebensstil passt“, sagt Schünemann. 

Elan und Begeisterung der Vereinsgründer sind ansteckend. 150 Mitglieder zählt der Verein inzwischen, täglich gibt es neue Anfragen. Von der U 8 bis zur U 20 trainieren alle Altersklassen jede Woche am Stern, inzwischen werden zwei hauptamtliche Trainer beschäftigt. Mit Reza Ghassemenia haben die Red Hawks einen Trainer verpflichtet, der reichlich Erfahrung in Sachen Aufbauarbeit mitbringt. Im vergangenen Jahr führte er die U 20 des DBV Charlottenburg zum Berliner Meistertitel, Ghassemenia war JBBL-Coach von TuS Lichterfelde. Aus seiner Berliner Zeit kennt er junge Spieler, die er schnell für das Projekt begeistern konnte – so wie Laszlo Cavalar. 

Laszo Cavalar (l.) war zuletzt auf Weltreise. FOTO: RENÉ HARTMANN

Cavalar ließ sich von Trainer begeistern

Der 20-Jährige brauchte nach sechs Jahren Basketball, in denen er es bis in den Sichtungsradius der U-20-Nationalmannschaft geschafft hatte, eine Auszeit. Nach dem Abitur tourte der Berliner ein Jahr durch die Welt, im Januar will er sein Informatikstudium beginnen. Vor einigen Monaten rief Ghassemenia an, lud ihn in der vergangenen Saison zu einem Heimspiel der Red Hawks ein. „Ich war sofort begeistert“, erzählt Cavalar, „die Halle, die vielen Zuschauer.“ Seit Sommer gehört der Berliner zum Kader.

Genau wie Robyn Missa. Spielen kann der 2,06-Meter-Riese zwar noch nicht, Fitnesstrainer und Physiotherapeuten haben noch einiges zu tun, um das Knie belastbar zu machen. „Vor zwei Jahren konnte ich nicht mal mein Bein strecken, heute kann ich schon Belastungen wie laufen, springen und werfen aushalten“, sagt er. Es sei nicht einfach gewesen, einzusehen, dass der große Traum vom Profi-Basketballer geplatzt ist. Auch ohne zu spielen, helfe Missa der Mannschaft bereits enorm, sagt Robert Schünemann. „Von seiner Ausstrahlung und seiner Erfahrung profitieren alle im Training.“

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Dass Wachstumsschmerzen dazu gehören, haben die Red Hawks gleich zu Saisonbeginn zu spüren bekommen. Sie gewannen zwar gegen die White Devils Cottbus ihr Regionalligadebüt mit 64:46. Doch wegen eines Fehlers auf dem Spielberichtsbogen wurden ihnen 20 Punkte abgezogen und den Teufeln gutgeschrieben. „Das passiert uns nicht noch einmal“, sagt Schünemann, während Missa meint: „Nur so sind wir zu schlagen.“ 

Auswärtssieg in Stahnsdorf

Am 2. Spieltag setzten sich die Red Hawks beim RSV Eintracht aus Stahnsdorf mit 86:73 (43:31) durch. Colin Craven und Tim Decker waren mit 15 Punkten die Topscorer der Gäste. Auch Neuzugang Dennis Teucher (14 Zähler) und Tim Schwolow (10) punkteten zweistellig. 

„Wir haben heute als Team gewonnen. Vier Spieler zweistellig gepunktet. Unsere Ballbewegung in der Offensive ist auf jeden Fall gut gewesen. Unsere Schnelligkeit und unsere Physis werden wir noch stärker einsetzen, aber wir haben noch 22 Spiele“, sagte Trainer Ghassemenia und ergänzte:

„Die Partie gegen den RSV war bis zum Schluss kontrolliert. Ein Start-Ziel-Sieg. Nichts aufregendes. Respekt an unseren ehemaligen Mitspieler Moritz Scheibe der mit 28 Punkten dafür gesorgt hat, dass RSV überhaupt mithalten konnte.“

Der gesamte Artikel ist bei pnn.de zusehen:
https://www.pnn.de/sport/basketball-in-potsdam-auf-der-startrampe/26281748.html

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