Ein Artikel aus der Potsdamer Neueste Nachrichten von Sebastian Schlichting, 21.02.2020

Tim Decker ist der herausragende Spieler beim Oberligisten Red Hawks Potsdam. Zwischenzeitlich hatte er mit Basketball aufgehört. Nun hat der 23-Jährige mit seinem Klub große Ziele.

Potsdam – Tim Decker ist schnell. Bälle fangen kann er gut. Klar, er ist ja Basketballer. Und hoch springen geht ebenfalls. Also dachte sich Decker im Sommer 2018, er könne ja mal etwas Neues ausprobieren. Kurz zuvor war er mit dem RSV Eintracht 1949 (inzwischen TKS 49ers) aus der 2. Bundesliga ProB abgestiegen, die Motivation dementsprechend etwas in den Keller gerutscht. Decker wechselte vom Basketball, dem zumindest in der Theorie körperlosen Sport, zum American Football. Dem Vollkontakt-Sport, bei dem Schnelligkeit, Sicherheit beim Fangen und Sprungkraft ebenfalls hilfreich sind.

Freunde von Decker spielen in Berlin bei den Rebels. „Es hat mir richtig Spaß gemacht“, sagt er. Der Verein hätte ihn gern genommen, zunächst für die zweite Mannschaft in der Regionalliga. Und dann kam es völlig anders.

Playoff-Heimspiel gegen Rivalen aus der eigenen Stadt

Der 23-Jährige spielt längst wieder Basketball, seit dieser Saison ist er bei den Red Hawks Potsdam. Mit denen hat er in der regulären Oberligasaison 13 von 14 Spielen gewonnen. Das Ziel für die Playoffs – an der vier Teams teilnehmen, nur der Erste geht hoch – ist klar: „Wir wollen aufsteigen. Im Normalfall schaffen wir das auch“, sagt Decker. Die erste Partie am vergangenen Wochenende gewannen die Red Hawks bei den Red Eagles Rathenow 104:61. Am Samstag wartet mit dem USV Potsdam II der wohl schwerste Gegner (18.30 Uhr, Sporthalle Montessori-Schule, Gagarinstraße). Gegen den USV gab es die bislang einzige Niederlage in dieser Saison.

Die Red Hawks, die zuvor als eine Abteilung des SV Babelsberg 03 gespielt hatten, sind ein sehr junger Verein mit großen Ambitionen – und einer für die Oberliga extrem gut besetzten Mannschaft. Aus dieser sticht Decker noch hervor. Mit gut 25 Punkten im Schnitt ist er der mit Abstand treffsicherste Akteur der Liga. Er spielt am liebsten als Shooting Guard, ist aber auf fast allen Positionen einsetzbar. „Tim bringt Ruhe und Strategie rein. Und er ist immer voll motiviert“, sagt Robert Schünemann, Vorstandsmitglied bei den Roten Falken.

Basketball spielt Decker schon sehr lange. Konkret seit seinem fünften Lebensjahr. Angefangen hatte er bei der BG Zehlendorf in Berlin. Später landete er im Nachwuchs von Alba Berlin. Teamkollegen waren Moritz Wagner, der inzwischen in der NBA bei den Washington Wizards unter Vertrag steht, und Tim Schneider (heute bei Albas Profis).

„Ich finde das Projekt super. Hier passiert richtig viel“

In der Saison 2017/18 war Decker dann in Stahnsdorf beim RSV Eintracht. „Nach dem Abstieg war mir klar, dass es für ganz oben nicht reichen wird“, sagt der 1,96-Meter-Mann. Es folgte eine komplette Auszeit vom Basketball und der Mini-Abstecher zum American Football. Dieser umfasste drei Trainingseinheiten.

Und hätte sicher länger gedauert, wenn da nicht die Anfrage aus Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt gewesen wäre: Ob Decker nicht zu den SBB Baskets kommen wolle, 1. Regionalliga, mit dem Ziel Aufstieg in die ProB. Der Plan reizte ihn, Decker sagte zu, kehrte zurück unter die Körbe. Er trainierte in Wolmirstedt unter Profibedingungen, meist zweimal am Tag. Doch der enorme Aufwand des Teams blieb ohne Ertrag – der Aufstieg wurde verpasst. Stattdessen schaffte es der RSV Eintracht nach oben.

Und nun? Decker wollte weiter Basketball spielen, die Liga war nicht mehr so entscheidend. Und er wollte zurück in die Heimat. Der Zehlendorfer und Patrick Rapsch kennen sich schon lange. Rapsch ist Präsident der Red Hawks. Er erzählte ihm, was der Verein vorhat. „Ich finde das Projekt super. Hier passiert richtig viel“, sagt Decker. Zudem spielen zahlreiche seiner Kumpels in der Mannschaft. Inzwischen ist auch sein bester Freund Colin Craven im Team. Craven, 25 Jahre alt, war Deutscher Meister im Nachwuchs. Er kam nun vom USV Potsdam aus der 2. Regionalliga.

Gedanken an MBS-Arena und Metropolis-Halle

In diese Liga wollen die Red Hawks ebenfalls. Allerdings nur als Zwischenstation. „Wenn es um Basketball in Potsdam geht, sollen die Leute in Zukunft von den Red Hawks sprechen“, sagt Vorstandsmitglied Schünemann, der unter anderem für das Marketing zuständig ist. Der Klub hat inzwischen 85 Mitglieder, darunter viele Kinder und Jugendliche. Mittlerweile gibt es auch eine Frauenmannschaft.

Die jetzige Spielstätte in der Gagarinstraße fasst gut 250 Zuschauer und ist stets sehr gut ausgelastet. Der Verein denkt für die neue Saison über einen Umzug bei bestimmten Spiele nach. Und denkt auch in dieser Hinsicht groß: Schünemann nennt die Metropolis-Halle und die MBS-Arena als mögliche Spielorte.

Decker will den Weg der Hawks mitgehen

Aber erst einmal muss die Mannschaft von Trainer Reza Ghasseminia aufsteigen. Ghasseminia hatte das Amt Ende Januar übernommen. Die Red Hawks wollen den neuen Coach gern über das Ende dieser Saison hinaus halten.

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